Liebe nicht erwünscht - Kapitel 1

Hey meine Lieben! Ich bin super mega aufgeregt und weiß gerade garnicht wie und wo ich anfangen soll. Schon immer habe ich mir gewünscht, meine eigene Story zu verfassen und nachdem ich so lange gezögert und gezweifelt habe, möchte ich mich nun endlich trauen sie hier auf meinem Blog zu veröffentlichen und selbst wenn sie nur einer liest hat es sich für mich schon allemal gelohnt. Ich würde mich riesig über Feedback freuen und hoffe euch gefällt sie. Ab jetzt werde ich mindestens 1x die Woche (oder wenn ihr wollt, gerne öfter) ein Kapitel veröffentlichen. Viel Spaß beim lesen!

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Inhaltsangabe:
Die schöne Beverly hat genug von ihrem langweiligen Job als Bio Fachverkäuferin, 
genug von ihrer Kleinstadt und ihrer engstirnigen Familie.
 An ihrem 18. Geburtstag beschließt sie einfach zu verschwinden um in einer Großstadt
ein neues Leben zu beginnen. 
Nach einiger Zeit geht ihr dort das Geld aus und sie versucht sich als Stripperin. 
Doch wer ist der geheimnisvolle Fremde, der sie täglich abholt? 
Eines weiß sie nämlich genau: Die Liebe hat in ihrem Leben momentan nichts zu suchen. 


Kapitel 1 

Vor genau 6 Jahren feierte ich meinen 18 Geburtstag und es kommt mir vor, als wäre es gestern gewesen. Mein Handy trällerte mich um 6.35 wach, meine Mutter rief mich von der Arbeit an. ,, Schatz, alles gute zum Geburtstag, ich habe dir dein Geschenk auf den Tisch gelegt. Ich muss auflegen, der Chef kommt. Wenn ich Nachhause komme, feiern wir schön, ja? Bis dann. Ich liebe dich.'' Tut, tut, tut. Genervt legte ich das Handy beiseite und drehte mich in meinem warmen Bett um. Ich weiß nicht wie lange ich weiter geschlafen haben musste, aber als ich aufwachte war es schon ziemlich hell in meinem großen Zimmer. Mit müden Beinen schleppte ich mich ins Badezimmer und wunsch mir mein Gesicht, kämmte mir vor dem Spiegel die langen braunen Haare. Abgesehen von meinen geschwollenen Augen sah ich auch ohne Make Up passabel aus, ich mochte mein Gesicht mit den vollen Lippen und den kristallblauen Augen. Die Wohnung, in der ich mit meinen Eltern lebte, war komplett leer. Mein kleiner Bruder war bereits in der Schule, meine Eltern wie immer auf der Arbeit. Schon als kleines Kind sah ich meine Eltern sehr selten, was mich ziemlich eingeständig hat werden lassen.

In Gedanken versunken, während ich mir die Zähne putzte, klingelte erneut mein Handy. ,, Mmmm...'', brummte ich mit Zahnpasta in meinem Mund. ,, Bev, du Sau, wo steckst du? Hagenberg ist schon außer sich, du hast dich nicht einmal krank gemeldet.'' Bev, so hieß ich für jeden. Wahrscheinlich weil mein echter Name Beverly zu exotisch klang, um ihn wirklich ernst zu nehmen. ,, Ich komme nicht, ich haue ab. Ich habe es satt hier. Immer die selben Menschen, die selbe kleine Stadt, das alles  kotzt mich an. Es wiederholt sich alles. Ich beende die Ausbildung, ich hätte sie sowieso nicht gepackt.'' ,, Was meinst du, du haust einfach ab? Wohin zum Teufel willst du?'' Über diese Frage hatte ich mir natürlich auch schon Gedanken gemacht. Weg wollte ich, einfach weg. Seit Monaten spare ich meine Ausbildungsgehälter um an meinen 18. Geburstag einfach abzuhauen und neu anzufangen. Diese Stadt, dieses kleine Dorf in dem ich lebte, hatte schon lange nichts mehr für mich übrig. Und den Job im Bio Markt habe ich sowieso gehasst. Wieso kauften die Leute Bio? Sie tranken am Wochenende Vodka und rauchten in der Woche unmengen an Zigaretten. Von dem ganzen Kaffee morgens ganz zu schweigen. Dann gaben sie ihr Geld für ''sauberes'' Essen aus. Wenn man sie dann fragte, was in Bio Essen nicht drin ist, sagten sie: ,, All das ungesunde Zeug.'' Wenn man sie dann fragte, was das Zeug mit einem machte, wussten sie nicht weiter. Also gaben sie Geld für Essen aus, was wohl besser sein soll, aber inwiefern wussten sie nicht. ,, Sag Hagenberg ich komme nicht mehr. Meine Kündigung habe ich gestern bereits zur Post gebracht.'' Ich legte auf und schaltete mein Handy aus, sonst würde mich meine Freundin Sarah noch überreden zu bleiben. Wir hatten uns während der Ausbildung in dem Betrieb kennen gelernt und ich hatte sie bereits lieb gewonnen. Da sie nicht an mein Geburtstag gedacht hatte, fiel es mir nicht ganz so schwer sie ohne weiteres Verabschieden zu verlassen.

Ich fuhr mit der Bahn zum Hauptbahnhof und schaute auf die Tafel. Wohin ich wollte, wusste ich nicht, hauptsache weit weg. Ich entschied mich spontan für Köln, darüber habe ich schon viel im Fernsehen gehört und es war fast 6 Stunden von meiner Heimatstadt entfernt. Nachdem ich das Ticket gezogen hatte, setzte ich mich in einen Bäcker und kaufte mir ein Brötchen. ,, Kann ich mich zu Ihnen setzen?'', fragte mich eine ältere Dame. Ich sah mich um, alle Plätze waren belegt. ,, Natürlich'', sagte ich und schob meinen Stuhl etwas zur Seite. Ich schaltete mein Handy wieder an, 3 neue Nachrichte. 2 von Sarah, eine von meiner Mutter. Die von Sarah löschte ich ungelesen. Kurz überlegte ich, ob ich die meiner Mutter auch löschen sollte doch ich entschied mich dagegen und öffnete sie widerwillig.

Von: Mama
An: Beverly
Schatz, meld dich doch mal bitte!


Ich rollte mit den Augen und rief sie an. Nach 2x Freizeichen ging sie ran. ,, Beverly, Mensch, wo bist du denn? Sarah hatte mich angerufen und meinte, du wolltest weg und die Ausbildung schmeißen. Wie kommst du denn auf so einen Mist? Ruf doch Frau Hagenberg an, die hat bestimmt Verständnis für deine Launen und ...'' Ich unterbrach sie: ,, Mama, das ist keine Laune. Ich habe diese Stadt satt, ich möchte ein bisschen die Welt sehen. Ich möchte wissen, was sie Welt noch so für mich zu bieten hat.'' Kurzes Schweigen, dann atmete sie aus. ,, Mensch Beverly. Du kannst doch nicht einfach abhauen, wo willst du denn hin? Du hast dich bei niemanden verabschiedet, das ist nicht erwachsen. Man hätte doch über alles reden können.'' Kurz beschlich mich ein schlechtes Gewissen, doch mein Entschluss stand fest. ,, Es tut mir Leid, ich wollte aber einmal nicht erwachsen handeln. Ich werde erstmal in einem Hotel übernachten und mir dann währenddessen einen Job suchen. Ich bekomme das schon hin, vertrau mir. Ich melde mich sobald ich in Köln bin.'' ,, Köln? Das ist ja Stunden weg. Bist du dir denn sicher? Es kann gefährlich sein ganz allein für ein Mädchen.'' Plötzlich wurde ich wütend. Das war ja mal wieder typisch meine Mutter. Diese Frau, die immer am Rockzipfel meines Vaters hing und glaubte, die Welt würde ohne Mann für ein kleines zartes Mädchen nicht funktionieren. Dennoch hatte ich keine Lust auf eine Diskussion: ,, Ich fahre, Mama. Ich melde mich sobald ich da bin. Grüß Lukas von mir.'' Ich legte auf und schmiss das Handy in meine Sporttasche. Sie war das einzige, was ich an Gepäck mit hatte. ,, Wenn das ist, was du willst, dann tu es. Wenn es am Ende blöd wird, kommst du halt zurück aber du bist an Erfahrungen reicher.'', sagte die alte Dame, die sich zu mir gestezt hatte. Plötzlich stiegen mir Tränen in die Augen und ich musste an meine Familie denken. An Lukas, meinen süßen kleinen Bruder. An meine liebe aber naive Mutter. An meinen Goldfisch. ,, Ich lasse sie alle allein'', nuschelte ich leise. ,, Nein, du gehst deinen Weg. Du bist zwar Tochter und vielleicht sogar Schwester, aber in erster Linie bist du dein eigener Mensch, der das Recht hat, sein eigenes Leben zu leben.'' Ich sah die alte Dame an. Sie war um die 70, dennoch sehr chic und teuer gekleidet und hatte überraschend wenig Falten. Einzig ihre herzlichen müden Augen verrieten, dass sie ein turbulentes Leben gelebt hatte. ,, Es tut mir Leid, ich möchte Ihnen keinen vorheulen. Es ist nur so, ich war nie lange von Zuhause weg. Irgendwann hat es sich wie ein Gefängnis angefühlt. Ich möchte wissen, was im Leben noch so geht. Ich möchte wissen, wie es ist, allein zu sein. Oder neue Menschen kennen lernen. Neue Dinge essen, neue Luft schnuppern. Ich möchte wissen, was Leben ist.'' ,, Das Leben kann wunderschön, aber auch ziemlich grausam sein. Beides wirst du erst erfahren, wenn du allein bist. Aber alle Erfahrungen werden es wert sein. Viel Glück auf deinem Weg.'' Und sie ging davon. Die einzige Erinnerung, die ich an sie hatte, war ihre leere Kaffee Tasse und eine Tempo Packung, welche sie mir gab. Ich nahm mir ein Taschentuch raus und schniefte mir die Nase.

Der Zug war leer, die meisten Menschen waren vermutlich auf der Arbeit. Mittlerweile war ich ein wenig entspannter und legte meinen Kopf in den Nacken. Die Fahrt würde lang werden und ich hatte mir vergessen ein Buch oder eine Zeitschrift zu kaufen. Es war ein milder Februar, es lag kein Schnee und die Äste waren kahl und grau. Die Welt erschien zu diesen Jahreszeiten ziemlich trüb, aber das passte zu meiner melancholischen Stimmung. Wie es wohl in Köln aussehen würde? Wie die Menschen dort wohl sind? Aber viel wichtiger war, dass ich schnell einen Job fand. Auf meinem Konto waren 2.000 Euro, aber auch diese würden nicht ewig reichen. Bei dem Gedanken an dieses Abendteuer wurde mir plötzlich speiübel, oder war es das Käsebrötchen vorhin beim Bäcker? Ich rannte wie von einer Schlange gebissen zur Zugtoilette und musste feststellen, dass sie abgeschlossen war. Ich riss und rüttelte, klopfte und bettelte bis jemand die Tür öffnete. Doch es war zu spät, ich erbrach mich direkt vor den Füßen eines unbekannten Mannes.

,, A.. Alles in Ordnung?'' hörte ich, doch ich war zu beschämt um hochzuschauen. ,, Geht es Dir gut?'' Er beugte sich zu mir und strich mir die Haare beiseite, dass ihn ihn anschauen musste. Ich hatte ihm voll auf die teuer aussehenden Lederschuhe gekotzt. ,,Oh mein Gott, es tut mir so Leid, ich mache das sofort sauber.'', sagte ich und strich die Kotze mit meiner langen Strickjacke ab. ,, Hey hey, schon okay, der Tag war eh zum kotzen. Komm, ich helfe dir!'' Sagte er und nahm aus der Toilette eine Rolle Klopapier, um mir damit die Kotze aus den Haaren zu streichen und den Boden zu wischen. Ich war gerührt von der lieben Geste dieses Fremden und musterte ihn während er mein Erbrochenes aufwischte. Er hatte blondes Haar, eine wunderbar gebräunte Haut und grüne Augen. Er sah aus wie ein Model aus einer Sonnenbrillen Werbung und plötzlich wurde mir mein Missgeschick noch peinlicher. Ich war unglaublich wütend auf mich, natürlich musste wieder mir so etwas passieren. ,, Wärst du schneller aus dem Klo gekommen, wäre das nicht passiert!'', sagte ich wütend. Er sah zu mir hoch und grinste, dann wischte er weiter. ,, Du hättest auch einfach die gegenüberliegende Toilette nutzen können. Die war frei!'' Ich drehte mich um und musste feststellen dass er recht hatte. Tatsächlich stand die andere Toilette offen. Ohne ein weiteres Wort lief ich zurück zu meinem Gang und ließ mich auf einem der freien Plätze fallen. Ein bisschen tat mir der Fremde ja leid, aber ich war viel zu peinlich berührt um noch einem zurück zu gehen. Außerdem stank ich übel nach erbrochenem und das konnte kein Deo überdecken.

Kommentare:

  1. Sehr spannend!
    Hoffentlich kommt bald eine Fortsetzung :)
    Du bist so toll ��

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  2. Dein neuer Header ist mega schön *_* Der Titel hört sich richtig toll an und das Foto ist super :). Das erste Kapitel lässt sich sehr gut lesen bin schon auf mehr gespannt :).

    Sailor Moon ist einfach eine Heldin hihi <3 Dankeschön für deine lieben Worte <3
    Tiere sind einfach Wundervoll. Ich würde meine Vögel nie wieder hergeben, die sind so putzig :D <3
    Alles Liebe <3

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    1. Dankeschön :) Ich glaube eher nicht, dass ich den Kleinen zeigen werde. Kann ja noch nicht für sich selbst sprechen, ob er Bilder von sich im Internet haben will oder nicht. Es sind auch leider viel zu kranke Menschen momentan unterwegs :-/

      Alles Liebe <3

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  3. wow, das ist ja ein cooles Projekt!
    liest sich spannend und freue mich auf Fortsetzung!

    ❤ Tina
    https://liebewasist.wordpress.com/
    https://www.instagram.com/liebewasist/

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  4. Ahhhhh ich bin echt stolz auf dich, dass du den Mut hast mit uns deine geschriebene Geschichte zu teilen :) Es liest sich total gut und ist richtig spannend! Ich freu mich schon wie es weitergeht :)

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  5. Du schreibst so gut und toller, neuer Header :)

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  6. Sehr spannend *_* Freue mich schon auf den nächsten Teil ❤

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